Sammelwut
Jeder Künstler ist eigentlich ein Sammler. Er sammelt vor allem die Eindrücke, aber auch ganz konkrete Materialien, die von ihm später (in Texten, Bildern usw.) verwendet werden können. Joe Colemans Sammelschwerpunkt liegt auf makabren Sachen, wie Wachsfiguren, die die grausamen Folterarten oder Gewaltverbrecher abbilden, Andenken an die Serienmörder und andere schaudererregende Objekte. Das alles hat er im Erdgeschoss der Berliner "Kunst-Werke" zu einem düsteren "Odditorium" zusammengestellt. Oben kann man dann die eigenen Gemälde von Coleman bewundern, die in einer an Heiligenviten erinnernden Manier die Lebensgeschichten verschiedener Persönlichkeiten - von den Freunden des Künstlers bis zu berühmten Serienmördern (die ihm zuweilen ebenfalls ziemlich freundlich gesonnen waren) - darstellen. Die zu vielen munitiös ausgearbeiteten Details machen die Bilder im normalen Durchgang durch die Ausstellung fast unrezipierbar. Deshalb ist es erfreulich, dass man jetzt auf Colemans Site ein paar davon in Detailauschnitten und mit entsprechenden Erklärungen betrachten kann.


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